Lederpflege-Tipps und professionelle Lederreinigung

Körperfette und Öle hinterlassen unschöne Flecken

Ob Kerzenwachs, Wasser, Tee, Kaffee oder Kugelschreiber – insbesondere fett- oder ölhaltige Substanzen ziehen in das Leder ein und hinterlassen unschöne Flecken oder mit der Zeit Speckstellen. Durch „normale“ Lederreiniger auf Wasserbasis lassen sich die Flecken nicht entfernen. Häufig entstehen sogar noch zusätzlich Ränder und man verschlimmert den Zustand. Bei der Entfernung von Flecken ist die richtige Identifizierung der Lederart wichtig. Durch eine falsche Reinigungsmethode kann ein Schaden schnell vergrößert werden.

Wir unterscheiden folgende Lederarten bei der Lederreinigung:

Ledersofa, echtes Leder, Fachwerkstatt für die Aufarbeitung von Ledermöbeln, Autositzen und Bekleidung, Fell-Engel, Bautzen

Pigmentiertes Glattleder

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Pigmentierte Glattleder sind Leder mit einer Farbschicht auf der Oberfläche. Ein verriebener Tropfen Wasser zieht nicht ins Leder ein, sondern perlt ab. Pigmentierte Glattleder sind i. d. R. seidenmatt und haben eine narbige Oberfläche.

Anilinleder

Wassertropfen-004
Anilinleder sind offenporige Glattleder. Ein verriebener Tropfen Wasser zieht ein und dunkelt im angefeuchteten Bereich nach.

Rauleder

Velour-01
Rauleder haben eine velourartige Oberfläche. Nubukleder haben einen sehr feinen Flor und Velourleder haben einen stärkeren Flor; wie die Rückseite eines Leders.

PU-Leder

kunstleder
PU-Leder sind folienbeschichtete Spaltleder, damit diese wie ein Glattleder aussehen. PU-Leder sind gut an ihrem Glanz und plastikartigem Griff erkennbar.

Wichtig zu wissen…

Wassertropfentest

Machen Sie an einer verdeckten Stelle den „Wassertropfentest“ um herauszufinden, um welche Lederart es sich bei Ihnen handelt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen in unserer Werkstatt nach. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Warnen möchten wir ausdrücklich vor dem Reinigen mit Seifen oder Spülmitteln aus dem Haushalt. Der PH-Wert dieser Chemikalien greift das Leder an und kann aus einem „kleinen Malheur“ schnell ein „Großes“ werden lassen.

Pflege alle 3 bis 6 Monate

Leder zeigt immer auf der Oberfläche die ersten Alterungsspuren auf. Daher ist eine regelmäßige, sparsame Behandlung der Oberfläche im Belastungsbereich immer der beste Schutz. Wir empfehlen eine Pflege alle 6 Monate z.B. bei selten benutzten Sitzmöbeln. Ihre täglich benutzte „Fernsehcouch“ sollten Sie hingegen alle 3 Monate einer Pflege unterziehen. Auch das Thema Pflegemittel ist komplex. Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Leder, die unterschiedlichsten Alterszustände und Einsatzzwecke. Daher gibt es auch kein „universelles“ Pflegemittel, das bei jeder Lederart, jeder Verwendungsart und jedem Alter „das Beste“ ist.

„Mehr“ hilft nicht „mehr“

Je nach Lederart, Verwendungsbereich und Alterszustand muss ein entsprechendes Pflegemittel ausgewählt werden. Durch eine regelmäßige Pflege wird die Lebensdauer von Lederprodukten deutlich erhöht. Reinigen Sie das Leder vor der Pflege immer, damit die Pflege Verschmutzungen nicht fixiert. Für alle Ihre Lederpflege- und Reinigungsvohaben gibt es bei uns die passenden Produkte aus dem Lederfachhandel.

Grundregeln im Umgang mit dem Naturprodukt Leder

Zuerst das Leder überprüfen, ob es absorbierend oder nicht absorbierend ist. Bei absorbierenden Ledern (Anilinleder oder Rauleder) dringt ein verriebener Tropfen Wasser ein und dunkelt das Leder. Bei nicht absorbierenden Ledern perlt Wasser ab. Absorbierende Leder sind empfindlicher.

Alle Anwendungen zuerst in einem verdeckten Bereich testen. Insbesondere bei offenporigen Ledern besteht die Gefahr der „Verschlimmbesserung“!

Eine regelmäßige Reinigung und Pflege von Möbelledern verhindert das Anschmutzen und verlängert deutlich die Lebensdauer.

Bei Verschmutzungen vor der Pflege immer erst reinigen!

Das Leder immer von alleine trocknen lassen. Nicht föhnen und nicht direkt in der Sonne trocknen. Das Leder kann sonst schrumpfen.

Flecken nie mit starken Lösungsmitteln (Aceton, Nagellackentferner, Terpentin, etc.) zu entfernen versuchen. Die Flecken werden dadurch eher größer.

Alle Produkte immer großflächig von Naht zu Naht einsetzen. Flecken, die in das Leder eingezogen sind, nicht durch starkes Reiben zu entfernen versuchen. Die Oberfläche kann dadurch zusätzlich verletzt werden. Fragen Sie dann lieber einen Experten um Rat.

Leder verändert sich durch direkte Sonneneinstrahlung oder laufende Heizkörper. Das Leder kann ausbleichen und austrocknen. Diese Einwirkungen daher so weit wie möglich vermeiden. In jedem Fall Pflegemittel mit entsprechendem UV-Schutz verwenden.

Helle Leder haben das Risiko von „Jeansabfärbungen“. Bei Verfärbungen immer gleich reinigen um das Einziehen von Farbstoffen zu vermeiden.

Leder bekommt mit der Zeit Gebrauchsspuren, und manche Leder bleichen mit der Zeit aus. Wenn Veränderungen (Kratzer, Abschürfungen, Flecken, Ausbleichungen etc.) sichtbar werden, sollte man rechtzeitig handeln. Je früher Leder gereinigt und gepflegt sowie Farbschäden angeglichen werden, desto leichter ist das Leder noch über einen langen Zeitraum schön zu halten. Oft bitten Kunden viel zu spät um Hilfe.

Das Leder nicht mit ungeeigneten Produkten behandeln, z. B. Schuhcreme, Kosmetikcreme, Bohnerwachs etc.

Leder hat eine optimale Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60% und benötigt Luftzirkulation. Bei Luftfeuchtigkeit von über 70% und mangelnder Luftzirkulation kann Leder schimmeln.